DNS oder: Wenn die Vernunft siegt

Schon lange habe ich mich auf den 3.3.2018 gefreut. Die Brevetsaison sollte mit einem 200er eingeläutet werden. Auch Kollegin C. konnte ich wieder gewinnen mich zu begleiten wie auch schon im letzten Jahr. (Eigentlich musste ich sie nicht wirklich überreden). Startort Twisteden, wo Michael und Moni sehr sympatisch die ganze Geschichte organisieren.

Die Wochen davor hatte nun bekannterweise eine für unsere Gefilde selten lange Kältewelle die Oberhand, was mich aber natürlich nicht davon abhielt täglich zur Arbeit zu radeln. Und da es eine extrem trockene Kälteperiode war konnte ich sogar das Rennrad nehmen. Nun es war morgens schon etwas ungemütlich obwohl es oft schon sonnig war. Zehen und Fingerspitzen wurden aber schon sehr strapaziert. Bei den Temperaturen 200 km abzuspulen ist zwar sicher machbar, doch über Null wäre schon schön. Die Vorhersage wurde täglich im Auge behalten sobald Wetter-Online den 3.3. begann anzuzeigen. Und prompt sollte es in der letzen Woche vor dem Start nochmal so richtig in den Keller gehen. Allerdings nach wie vor trocken und zum Wochenende hin wieder mit leicht steigenden Graden. Zunächst hieß es für Samstag 2-9°C, das wäre sehr OK für mich. Kollegin C., die, wie es den Frauen oft zu eigen ist, etwas kälteempfindlicher ist, sagte schließlich erst am Vortag zu tatsächlich mitzukommen. Knapp unter Null bis maximal 5 Grad wurde da für den Startort ausgerufen. Nun ja.

Am Freitagabend wurde alles zurechtgelegt, Rad gecheckt, alle Akkus und Powerbank geladen, Strecke über Komoot aufs Handy, Notverpflegung, Flick- und Werkzeug. Noch überlegt, was man denn nun am Besten anzieht. Nur die Helmmütze oder doch auch die Sturmhaube unter den Helm? Noch wärmere Einlagen in die Radschuhe getan. Immer mit dem Gefühl etwas vergessen zu haben. Mann, kann man nicht einfach losfahren?

Wetter-Online spricht mittlerweile von -2 bis max. 6 Grad. Macht nix, die letzten Tage waren kälter. Allerdings ist da von leichtem Schneefall zwischen 0 und 6 Uhr die Rede. Danach sollte es trocken bleiben. Ach, so ein bisschen Pulver auf der Straße wird schon nix ausmachen. Das ist doch meist schneller wieder weg, als es gekommen ist.

Bevor es ins Bett ging fiel dann schon der erste Schnee und das sah nicht so gut aus. Wenig zwar, aber das Zeug blieb liegen. Na ja, erst mal abwarten, wie sich das morgen früh darstellt.

DSCN8645
Schneedecke am Morgen. Und wie zum Hohn die Spur eines Fahrrades darin.

Morgens um 6 Uhr dann – Mist! Das ist eine ausgewachsene Schneedecke. Kollegin C. hatte schon geschrieben, dass Sie wohl raus wäre. Zu kalt und zu glatt. Schnee soll fallen bis 8 Uhr und die Temperaturen gehen rauf bis max. 4 Grad. Noch war ich hin und her gerissen. DNF oder DNS waren bisher für mich eigentlich grundsätzlich No Go’s. Und das Wetter war für mich noch NIE ein Grund nicht mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Aber 18 km zur Arbeit sind irgendwie doch was anders als 200. Und wenn denn mal Schnee lag war ich immer mit dem Tourenrad mit echten Conti Winterreifen unterwegs. Und das war oft schon heikel genug. Und die 4-Seasons auf dem Rennrad sind, nun ja, eben doch ziemlich glatt. Also habe ich kapituliert, und zunächst habe ich das auch so empfunden. Ich hab‘ mich dann noch bei Moni per WhatsApp abgemeldet und bekam als Antwort: „Dankeschön. Richtige Entscheidung!“

Also zurück ins Bett. Ein blödes Gefühl blieb zurück. Hätte ich doch fahren sollen? Ein paar Stunden später beim Schnee schippen sah ich dann, dass die weiße Pest sich doch länger hielt als gedacht. Monis Worte kamen mir wieder in den Sinn: „Richtige Entscheidung“. Ja, ich denke schon.

Die Vernunft hat gesiegt, und das ist wohl auch gut so. Letztendlich sind 38 von 150 Teilnehmern gestartet und ich hoffe, dass alle gesund angekommen sind. Jetzt freue ich mich um so mehr auf den 300er in drei Wochen. Dann sollte Schnee ja wohl kein Thema mehr sein.

Ach und übrigens: Ich glaube ich brauch doch noch so ein modernes Gravel-Dingsda. Damit wäre bestimmt noch was gegangen, auch bei ein bisschen Schnee…

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2 Kommentare zu „DNS oder: Wenn die Vernunft siegt

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  1. „Mann, kann man nicht einfach losfahren“, genau! Das kenne ich so gut. Aber je grenzwertiger die Bedingungen, desto langwieriger die Überlegungen!
    Und die Entscheidung war richtig. Da siehst Du ja nie, was drunter ist, bei so einer Schneedecke.
    Und ich dachte, das Gravelrad wäre schon lange gerechtfertigt 🙂
    Lieben Gruß!

    Gefällt 1 Person

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