300er Brevet – naar het meer

Am 24. März war es endlich so weit. Nach dem Wetterfiasko 3 Wochen zuvor, wo beim 200er Brevet tatsächlich doch noch 38 von 150 gemeldeten Teilnehmern starteten, habe ich doch ein wenig gehadert. Im Nachhinein muss ich sagen, waren die Wetterkapriolen eigentlich eine glückliche Fügung. Am Montag nach dem nicht gefahrenen 200er ist mir auf dem Weg zur Arbeit nach 3 km der Vorderreifen geplatzt. Ein noch keine 500 km alter  Conti GP 4Seasons, der erst seit Mitte Januar montiert war. Da wäre bestenfalls aus dem DNS ein früher DNF geworden. Der Conti Service war übrigens sehr kulant und schickte nach Begutachtung einen neuen Pneu.

Nun war die Freude groß über die gute Wettervorhersage für diesen Samstag. 5-15 Grad waren angesagt, kein Regen und nur wenig Wind. Viel besser kann man es nicht erwarten. Am Vorabend in freudiger Erregung den Renner gerüstet. Satteltasche dran mit Werkzeug und Ersatzschläuchen, alle Akkus geprüft, Kette nochmal gesäubert und neu gefettet, Riegelzeug und Gels eingepackt, Klamotten rausgelegt. Irgendwie hat man immer das Gefühl was Wichtiges vergessen zu haben. Schließlich tatsächlich doch noch fast 5 Stunden geschlafen.

Start war für 8 Uhr vorgesehen. Um viertel nach 6 kam Kollegin Claudia mich freundlicherweise abholen. Wir verschnürten die Räder auf dem Heckträger und ab ging’s ca. 45 km nach Twisteden. Das sollte die Langstrecken-Feuerprobe für ihr flammneues Trek Checkpoint Gravelbike werden. Ein offensichtlich extrem bequemes und trotzdem leichtes Gefährt!

Vor Ort die Stempelkarten abgeholt, die Räder abgeladen und prompt festgestellt, dass ich meine Radbrille vergessen hatte. Zum Glück hatte Claudia noch eine zweite Brille dabei, die sogar passte. Jetzt bin ich erst zum zweiten Mal von hier aus mit den ARA-Niederrhein Randonneuren unterwegs aber wenn man erst mal dort ist stellt sich schon eine gewisse Routine ein. Man fühlt sich fast schon wie ein alter Hase. Wenn nur diese Aufregung vorher beim packen nicht immer wäre…

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Der Mann in Schwarz ist die 200er Schneetour übrigens gefahren!

Gestartet wurde in 30er Gruppen mit ca. 5min Abstand und wir gerieten eher zufällig in die erste Gruppe. Zu Beginn muss man sich echt zusammennehmen um sich nicht direkt kaputt zu fahren. Die Hetzer zogen davon und nach einer Weile wurden wir dann auch schon von den Schnelleren der Folgegruppe eingeholt. Egal, war ja genug Zeit.

Es ging nach Norden und dann bei Emmerich über den Rhein. Nach ca. 65 km und etwa 2,5 h machten wir die erste Rast und aßen Stullen und Brötchen. Das habe ich im letzten Jahr bei meinem ersten Brevet von den erfahrenen Langstrecklern gelernt: Stulle geht vor Riegel und Gel!

Die Temperatur war inzwischen auf angenehme 15 Grad gestiegen. So konnte es bleiben. Bei km 90 kurz vor Appeldorn lockte dann ein Café, wo wir uns als einzige Gäste in einem dunklen Hinterzimmer einen großen Cappuccino gönnten.

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Die Räder verschlossen und mal ein bisschen gemütlich sitzen.

Nach fast 40 min Pause ging’s weiter an Appeldorn vorbei durch die Veluwe. Hier bin ich früher oft zum Windsurfen Richtung Veluwemeer vorbei gefahren, aber die Heide-Landschaft der Veluwe hab‘ ich so noch nie wahrgenommen. Auf dem Rad lernt man vermeintlich bekannte Gebiete noch mal ganz anders kennen.

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Nach gut 135 km und etwa 7,5 h kamen wir gegen halb 4 am ersten Kontrollpunkt in Elburg, am nördlichen Ende des Veluwemeers, an. Ein quirliges Örtchen mit vielen Touristen die, vom schönen Wetter gelockt, die Straßencafés bevölkerten. Und dazwischen scharenweise Randonneure.

In einem Eetcafé gab’s Pfannkuchen und Cola und wieder eine gute Stunde Pause. Hier war eine freie Kontrolle vorgesehen und so holten wir uns dann auch unseren Eintrag ins gelbe Kärtchen. Auf der Rückseite des Veluwemeers ging es dann meist mit Meerblick und später durch Wald und Heide 40 km bis zum südwestlichen Ende des Meeres, wo wir dann über eine Schleuse das Gewässer querten in Richtung Nijkerk.

Hier sollte dann eine weitere freie Kontrolle stattfinden, ca. bei Km 180. Hunger hatten wir keinen und so suchten und fanden wir eine Kneipe, wo uns in Anbetracht der noch anstehenden >120 Restkilometer sicherheitshalber ein komplett alkoholfreies Radler erfrischen sollte. Auch hier trafen wir wieder etliche Mitstreiter.

Mittlerweile waren wir etwa 9h unterwegs und die Temperatur betrug immer noch angenehme 13°C. Obwohl wir nur je zwei Radler tranken dauerte die Pause doch eine gute Stunde. Als wir uns wieder auf den Weg machten wurde es schon langsam dämmerig.

Kurz vor dem Ort Ochten am Fluß Waal, der die niederländische Verlängerung des Rheins darstellt, flüchteten wir vor der beginnenden Kälte in ein McDonalds. Inzwischen war es fast 9 Uhr und wir hatten 225 km auf dem Zähler.

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Wenn nix mehr geht, das goldene M geht immer…

Und schon wieder eine Stunde Pause – da müssen wir dran arbeiten!

Hinter Ochten ging es 25km recht einsam entlang des Waal. Gut 1,5h später stoppten wir kurz und zogen alles über was wir noch dabei hatten. Es waren nur noch wenige Grad über Null und die Feuchte entlang des Flusses tat das Übrige. Ich tauschte die Radcap gegen eine Helmmütze, zog warme Handschuhe, Überschuhe und meine kurze Regenüberhose an. Und die Temperatur fiel weiter. Im Laufe der Nacht bis auf Null Grad!

Wir überholten auf dem letzten Abschnitt noch eine Gruppe, die an einer Tanke pausierte und ein paar langsamere Kollegen. Das letzte Stück führte auf der holländischen Seite entlang der Grenze durch den Nationalpark „De Maasduinen“, der im Hellen vermutlich auch netter zu befahren ist. Schließlich wurden wir gegen 2 Uhr nachts nach 314 km mit Applaus zurück im Sportheim in Twisteden empfangen, wo es noch Gulasch- bzw. Tomatensuppe, Brötchen und Schorle oder Cola gab.

Diejenigen, die wir zuletzt noch überholt hatten waren wohl wirklich fast die letzten Heimkehrer. Schneller fahren ist nicht erforderlich, bei den Pausen muss man geizen!

Von 113 Startern haben am Ende 111 das Ziel erreicht. Meine Schulter machte mir auf den letzten 100 km, wie schon auf der Tour nach Halle, wieder schwer zu schaffen. Vor dem 400er am 21. April werde ich mir wohl mal so einen Triathlonaufsatz besorgen. Mal schauen, ob das Linderung bringt.

Tausend Dank noch an Moni und Michael, die das Ganze hier organisieren und auch mitten in der Nacht einem noch die Suppe servieren. Und wenn wir uns dann frisch geduscht und gestärkt auf die Heimreise begeben, bringen diese Beiden nach einem langen Tag und einer langen Nacht noch das Vereinsheim wieder auf Vordermann!

Und hier gibt’s das Ganze noch auf Strava.

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